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„Ich geb‘ ein wenig Seillänge zu, wenn‘s den Traktor vorn aushebt“, sagt Melanie, als ihr Franz besonders schwere Eichenbloche angehängt hat. Die starke 12 t-Winde ist jedenfalls keineswegs der limitierende Faktor bei dieser Aktion. © R. Spannlang

SEILWINDE UNIFOREST

Ein Mann - ein Wort

Ein Artikel von Robert Spannlang | 11.01.2022 - 08:45

„Die Eichen, Tannen, Fichten und Buchen hier müssen alle weg, die Forststraße da herauf soll auch um einen Meter breiter werden – und das alles wegen eines Handymastes, der hier aufgestellt werden soll. Schon schad um die vielen Bäum‘.“ Forstunternehmer Franz Heuer zuckt mit den Achseln und ergänzt: „Nun, mein Schaden ist es nicht, denn ich darf hier eine ganze Weile arbeiten.“ Gleich da­rauf hat Melanie den großen Valtra-Traktor an die Kante der Forststraße gestellt und die riesige Getriebeseilwinde auf den Boden gesenkt. Schweigend lupft Franz nun die Chokerkette von der Aufhängung am Schild und steuert auf dicke Eichenbloche einige Meter unterhalb der Straße zu, während Melanie an der Fernsteuerung das Windenseil ausspult. Sie sieht zu, wie er die Chokerkette um zwei Stammabschnitte legt. Auf sein Zeichen betätigt sie erneut die Seilwinde und zieht die schweren Bloche vorsichtig durch den tiefen Schnee nach oben. „Franz hat mich ermutigt, die Arbeit im Wald mal zu probieren. Jetzt sitz ich am Traktor, bediene die Seilwinde und auch die Motorsäge – und die Arbeit im Wald taugt mir richtig gut!“, strahlt die zierliche junge Frau, die eigentlich als Croupière in einem Casino arbeitet. „Wäre der Franz mit seiner ruhigen, zuversichtlichen Art nicht gewesen, ich hätt‘ mir das nie zugetraut“, sagt sie nachdenklich.

Seilwinde: gewusst, welche
„Mein Großvater hat schon Bäume gerückt, und ich mach das auch schon seit 16 Jahren – und immer mit Uniforest-Seilwinden. Seit zwei Jahren hab ich die 120 Gpower schon. Davor hatte ich eine 85G, und davor eine 70G. Mir taugt, dass sie konstruktiv einfach und unglaublich robust sind, dabei aber ziemlich ausgefuchst in den Details.“ Und dann beginnt er, Vorteile aufzuzählen: „Das Klappschild, mit dem man schwere Wurzelanläufe anheben kann; die proportionale Bremse, mit der ich das Seil etwa bei Problembaumfällungen millimetergenau ausspulen kann; die zwei Ölmotoren am Seilausstoß, die eine saubere Spulung ermöglichen und die damit die Seillebensdauer erhöhen; die Gelenkwelle, die in Neu­tralstellung des Schildes im rechten Winkel steht und eine optimale Kraftübertragung der 12t-Winde garantiert; die tiefer montierte Riemenscheibe, die einen niedrigen Schwerpunkt der Seilwinde bewirkt.“
Dazu ließ Franz seinen Valtra mit dem Antikippsystem von Uniforest ausrüsten, dessen Herzstück ein Rechner im Führerhaus ist, der die Winde ab einer einstellbaren Schräglage des schweren Traktors automatisch abstellt. Dazu verfügt die große Getriebewinde an ihrem 140 m langen und 14 mm dicken Seil über ein Auto-Stopp-Modul, das einen Einzugstopp des Drahtseils auslöst. Das verhindere mechanische Schäden des Seilausstoßes sowie Steckenbleiben und Schäden am Drahtseil selbst. „Die Sicherheitsausstattung ist schon recht umfassend bei den Slowenen“, berichtet Franz Heuer.

Mehr Anfragen als Kapazität
Über einen Mangel an Arbeitsaufträgen braucht sich der junge Forstunternehmer aus Bromberg im Wechselgebiet nicht zu beklagen: „Ich habe Kunden in Niederösterreich, der Steiermark, im Burgenland und in Wien – vorwiegend kleinere Privatwälder“, erzählt er. Denn die Kunde von seiner Handschlagqualität, seiner Erfahrung und dem kühlen Kopf, den er auch angesichts von heiklen Baumfällaktionen bewahrt, versetzt ihn in die Lage, mehr Anfragen zu haben, als er bewältigen kann. „Auch im Großwald wissen sie, dass ich eine 12t-Seilwinde habe. Aber die wollen dann oft einen Preis durchsetzen, um den ich nicht arbeiten muss. Da haben oft Waldbauern, die den Wert ihres Bestandes kennen und erhalten wollen, mehr Verständnis für die Kosten qualitätsvoller Rückung“, verrät der Niederösterreicher.

Baum fällt!
Bevor Melanie eine Tanne fällt, berät sie Franz zur Fällrichtung, damit der Stamm bringungstechnisch günstig zu liegen kommt und gut ausgeformt werden kann. Beim Starten der Husqvarna mittels eines Seilzugs und bei der Bedienung des Chokers merkt man der jungen Frau an, wie sie sehr schon mit der Arbeit an der Motorsäge vertraut ist. Gekonnt setzt sie die Fallkerbe auf der einen Seite des Baumes und den Fällschnitt auf der anderen und geht schließlich völlig ruhig ein paar Schritte zur Seite, als die Tanne sich zu neigen beginnt, zu Boden saust und dabei mächtig Schnee aufwirbelt. „Rien ne va plus“, lächelt sie zufrieden, ganz im Stil einer souveränen Croupière.

Schicksalshafte Problembäume
Problembaumfällungen machen einen großen Teil der Aufträge aus, erzählt mir Franz Heuer. „Das ist keine ungefährliche Arbeit. Da darf man nichts übereilen. Ich kenne einige Kollegen, die es dabei arg erwischt hat“, sagt er und nickt bedeutungsvoll. Doch dann hellt sich sein Gesicht wieder auf: „In gewisser Hinsicht hat es mich ja auch arg erwischt“, sagt er dann und lächelt seine Partnerin an. Immerhin seien es zwei 200-jährige Linden in Melanies Garten gewesen, die nach einem Hangrutsch entfernt werden mussten. „Da bin ich dann nichts ahnend hingekommen und ...“ „ ... der Rest ist Geschichte“, vervollständigt Melanie lachend.