Am 9. Juni hat der Gemeinderat von Terrasse-Vaudreuil, einer rund 2000 Einwohner zählenden Gemeinde, eine Resolution verabschiedet und die Allgemeine Erklärung der Rechte der Bäume (Déclaration universelle des droits de l’arbre, kurz: DUDA) offiziell angenommen. Die Déclaration universelle des droits de l’Arbre wurde 2018 in Paris von ihrem Autor und Initiator Ricardo Rey ins Leben gerufen. Sie wird offiziell von La Compagnie des Papillons Bleus getragen, der Gründungsorganisation der Initiative.
Die Déclaration universelle des droits de l’Arbre umfasst drei Gründungsartikel:
- Der Baum ist ein empfindungsfähiges Lebewesen, Quelle des Lebens und Gemeingut der Menschheit.
- Das Leben auf der Erde hängt von seiner Existenz ab.
- Der Mensch muss mit dem Baum im Geiste der Brüderlichkeit und Solidarität handeln.
Die vier Rechte auf Leben, natürliches Wachstum, Unversehrtheit und Regeneration wurden dagegen von Terrasse-Vaudreuil in seiner eigenen kommunalen Resolution anerkannt.
Die zunehmende Gefährdung der Natur hat in den vergangenen Jahrzehnten zur Idee und zu Initiativen geführt, Naturgüter den Status einer juristischen Person mit Rechten zu verleihen, um ihren Schutz besser einfordern zu können. Bekannte Beispiele sind vor allem Flüsse, wie etwa der Wanganui in Neuseeland, der Ursprung des Ganges sowie des Amazonas. „Die Entscheidung von Terrasse-Vaudreuil kann im Zusammenhang mit internationalen Entwicklungen zum verstärkten rechtlichen Schutz der Natur betrachtet werden. Die Déclaration universelle des droits de l’Arbre verfolgt jedoch einen eigenständigen Ansatz und darf nicht mit Rechtsordnungen gleichgesetzt werden, die natürlichen Entitäten eine eigene Rechtspersönlichkeit verleihen", erklärt Ricardo Rey.