Die Schweizer Waldinventur Sanasilva zeigt eine deutliche Verschlechterung des Zustands der Schweizer Laubwälder, so die Daten der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Die mittlere Kronenverlichtung der Laubbäume stieg von 24,8% auf 29,7%. Bei den untersuchten Bäumen nahm sie um 6,3 Prozentpunkte zu, der zweitstärkste Anstieg seit Beginn dieser Messreihe 1990. Gleichzeitig erreichte die Mortalität einen Höchststand, 5% der Laubbäume starben. Bei Nadelbäumen veränderte sich der Kronenzustand dagegen nur wenig.
Nach dem in der Schweiz heißesten Sommer seit Messbeginn und außergewöhnlicher Trockenheit traten Verbraunung und vorzeitiger Blattfall bereits während der Inventur auf. Die WSL geht davon aus, dass sich ein wesentlicher Teil der Folgen erst zeigen wird. Neben geringerer Belaubung, Kronenschäden oder Absterben steigt bei durch Trockenheit geschwächten Bäumen die Anfälligkeit für Sekundärschädlinge wie Insekten. Problematisch ist auch der frühe Blattfall, weil dadurch Photosynthese und Reservestoffeinlagerung reduziert werden.
Für Nadelholz und insbesondere Käferholz ergibt sich damit noch kein unmittelbarer neuer Schadholzschub. Die Buchdruckersituation hatte sich 2025 zunächst entspannt: Die Käferholzmenge sank schweizweit um 27% auf rund 415.000 m³. Die WSL warnt aber bereits vor regional weiterhin hohen Befällen. Nach der Trockenheit 2026 dürfte deshalb 2027 das entscheidende Jahr werden, ob sich die bisher rückläufige Entwicklung beim Käferholz wieder umkehrt.