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Kronenverlichtung von Eiche, Buche, Fichte und Kiefer, Waldzustandserhebung Deutschland 2025 © Thünen-Institut für Waldökosysteme (c) 2026

Deutschland

Eiche bleibt Sorgenkind

Ein Artikel von Robert Spannlang, redaktionelle Bearbeitung | 19.05.2026 - 15:18

Den Hauptbaumarten in Deutschlands Wäldern geht es etwas besser – allerdings nur im Durchschnitt. Nach der aktuellen Waldzustandserhebung 2025 des Thünen-Instituts hat sich der Kronenzustand gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Die mittlere Kronenverlichtung aller untersuchten Bäume lag bei 25,2% – nach 25,7% im Jahr 2024. Damit bleibt der Waldzustand deutlich schlechter als vor den Dürrejahren 2018 bis 2020.

Für die Erhebung wurden erstmals 46.531 Bäume in einem bundesweiten Raster von 8 mal 8 km ausgewertet. Das waren rund viermal so viele wie in den Vorjahren. Erfasst wurden 38 Baumarten, wobei Fichte, Kiefer, Buche und Eiche 77% der Stichprobe ausmachten. Die deutlich größere Datenbasis erhöht nach Angaben des Thünen-Instituts die statistische Sicherheit der Ergebnisse.

Leicht verbessert hat sich der Zustand von Buche und Fichte. Bei der Fichte sank die mittlere Kronenverlichtung um zwei Prozentpunkte auf 25,2%. Bei der Buche ging sie von 28,5% auf 25,6% zurück. Als ein Grund gilt die geringere Fruchtbildung: Nur auf 1% der Waldflächen fruktifizierten Buchen stark. Das entlastete die Bäume.

Schlechter entwickelte sich die Kiefer. Ihre mittlere Kronenverlichtung stieg von 22,5% auf 24,2%. Damit weist sie unter den Hauptbaumarten zwar weiterhin den niedrigsten Wert auf, erreicht für diese Baumart aber den schlechtesten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen.

Besonders angespannt bleibt die Lage bei der Eiche. Ihre mittlere Kronenverlichtung erhöhte sich von 29,3% auf 30,1%. Das ist der höchste seit 1984 erfasste Wert für diese Baumart. Der Anteil der Eichen mit deutlicher Kronenverlichtung lag wie im Vorjahr bei 51%. Bei über 60-jährigen Eichen waren sogar 59% deutlich geschädigt. Als Belastungsfaktoren nennt das Thünen-Institut unter anderem Eichenprachtkäfer und andere Fraßgesellschaften.

Eine Entspannung zeigt sich bei der Absterberate. Sie sank von 0,86% auf 0,29%. Erstmals seit 2017 war 2025 nicht das natürliche Absterben, sondern die geplante forstliche Nutzung der häufigste Ausfallgrund.