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Forstunternehmer Hainfellner

Lasst den Korken knallen!

Ein Artikel von Robert Spannlang | 01.12.2025 - 14:55

Abgesehen von der Jagd sollte man Hunde im Wald besser an der Leine führen. „Erntegeräte im Steilhang auch“, mag sich Herbert Hainfellner schon vor geraumer Zeit gedacht haben. Er und sein Team haben sich schon vor Jahren auf die maschinelle Ernte an der Grenze zwischen Schlepper- und Seilgelände spezialisiert. Bei seinen Holzernte-Partien ist immer eine T-Winch von Ecoforst dabei. „Das ist keine billige Lösung, aber die sicherste“, bekennt der Niederösterreicher. Nicht nur erspare man sich die Suche nach Ankerbäumen und die aufwendige Fixierung der Maschinen an den Seilschlingen. „Auf manchen steileren Kalamitätsflächen hast du manchmal schlicht keine Ankerbäume mehr. Da ist dann die T-Winch praktisch alternativlos. Mit ihrem Frontschild kann man sie felsenfest fixieren“, so der Forstunternehmer mit der Berufserfahrung von mehr als einem Vierteljahrhundert (sh. Waldtec 2/2019, S. 3).

Kein „Cliff Hanger“ 
Dabei soll die T-Winch ja nur die Traktion verbessern und damit Boden und auch die Maschinen selbst schonen. Alles beim Forstunternehmen Hainfellner ist auf die Marktnische „Steilhang“ ausgelegt: Auch sein vor zwei Jahren gekaufter Forwarder 1510G mit den langen Bogie-Achsen und dem starken XE-Ausschub scheint auf Steilheit getrimmt. Insgesamt betreibt Herbert Hainfellner zwei T-Winch Prototyp 10.3, überstellt werden die Maschinen mit zwei eigenen Tiefladern und Lkw. 
Der Harvester 1270H besticht im Hang vor allem durch drei Dinge: mehr Drehwinkel und Krantilt (20° gegenüber 14° beim Vorgänger),  seinen erstarkten H7-Kran mit jetzt knapp 220 kNm Hubmoment sowie etwa 60 kNm Schwenkmoment und nicht zuletzt durch die aktive Rahmensperre. „Die neue aktive Rahmenverriegelung sorgt für mehr Stabilität bei der Arbeit an steilen Hängen. Dies erleichtert die Arbeit, weil die Maschine beim seitlichen Auskragen des Krans automatisch Balance hält, indem auch die Masse des Hinterwagens mithilft, die Maschine zu stabilisieren. So steht dem Fahrer ein größerer Arbeitsbereich zur Verfügung“, führt der Harvesterfahrer Bernhard Teix aus. Und er fügt hinzu: „Die Verbesserungen am Aggregat H425 in Sachen Agilität und Durchzug, die schon beim 1270G zu spüren waren, kommen jetzt im neuen H noch besser zur Geltung.“ 

Digitale Intelligenz, die entlastet
Freilich verfügt auch die klarlack-glänzende Österreichpremieren-Maschine der Hainfellners über die intelligente Kransteuerung IBC, wie sie bei allen Radharvestern der H-Serie mittlerweile Standard ist. „Mit dem IBC der jüngsten Generation ist die Auslegersteuerung besonders präzise, schnell und einfach, da ich mich jetzt auf die Steuerung des Endauslegers konzentrieren kann und nicht auf die Bewegungen des Auslegergelenks“, veranschaulicht der junge Harvesterfahrer. Dann ist da noch die neue selbstnivellierende Fahrerkabine, die sich mit durchdachter Ergonomie ebenso völlig in den Dienst der Fahrerentlastung stellt. Jedenfalls merkt man es Bernhard Teix an, wie gern er mit dem neuen H-Harvester arbeitet.

Mit IBC der jüngsten Generation ist die Auslegersteuerung besonders präzise, schnell und einfach, da ich mich jetzt auf die Steuerung des Endauslegers konzentrieren kann und nicht auf die Bewegungen des Auslegergelenks.


Bernhard Teix, Harvesterfahrer beim Forstunternehmen Hainfellner

Drei Pumpen für ein „Halleluja“ 
Viele der Verbesserungen und Innovationen am 1270H-Harvester waren erst möglich durch das 3-Pumpensystem, das erstmals implementiert wurde: Der Fahrmotor, der Kran und das Aggregat wird jetzt von jeweils einer eigenen Pumpe in einem separaten Kreislauf angesteuert. „Jetzt kann man gleichzeitig schwenken oder schneiden/entasten und fahren – ohne Leistungsabfall. Das ist toll“, freut sich der junge Harvesterpilot. Was seinem Chef, Herbert Hainfellner, mindestens ebenso wichtig ist: Es gibt jetzt auch drei Fahrmodi, die unterschiedlich hohe Öldrücke liefern. So kann sein Fahrer mit ein und derselben Maschinen-Aggregat-Konstellation sowohl Durchforstungen, aber auch Endnutzungen durchführen und bleibt immer sehr effizient. „Bei der Durchforstung ist das präzise Zugreifen wichtig, beim Endnutzen das Mehr an Kraft. Der 1270H kann beides.“  

Gelüftet wird jetzt nach hinten
Was Bernhard Teix als Fahrer auch sehr schätzt, ist das wesentlich geringere Geräuschniveau in der Kabine. Die ist jetzt nicht nur besser gedämmt, sondern der Lüfter ist in der H-Serie der Kabine abgewandt und entlüftet nach hinten. „Das ist nicht mit vorher vergleichbar“, meint der Pilot. „Jetzt zahlen sich auch bessere Lautsprecherboxen in der Kabine aus.“ 
„Einen kleinen Maschinenvogel brauchst du in unserem Geschäft“, lacht Herbert Hainfellner, als wir uns zuletzt verabschieden. Aber wohl auf eine sympathische Weise. Immerhin scheint er seine Familie damit auch angesteckt zu haben. Sie unterstützt ihn – oder arbeitet wie Tochter Vanessa aktiv mit.