Bei Witasek und Jöbstl wird unterkärntnerisch gesprochen. Man versteht einander also bis in feinste Nuancen und arbeitet auch gern zusammen. Und das schon seit vielen Jahren. „Egal ob es sich um biologisch abbaubare Baumschutzsäulen oder um Spezialsubstrate handelt – mit Jöbstl testen wir unsere Produkte und bringen sie zur Marktreife“, plaudert Witasek-Geschäftsführer Lukas Maier, der schon seit vielen Jahren mit dem Hause verbunden ist, ein wenig aus dem Nähkästchen.
Namhafte Projektpartner
Witasek ist in der Branche auch sonst bestens vernetzt. Das Unternehmen aus Feldkirchen hat sich längst einen Namen als ein Lieferant innovativer Produkte für den Baum- und Pflanzenschutz erarbeitet – unter anderem auch mit einem namhaften Partner aus der Holzindustrie: FunderMax. Erst vor zwei Jahren hat man eine durchdacht zu handhabende und dabei zu 100% kompostierbare Baumschutzsäule aus einer leimfreien Hartfaserplatte gemeinsam vorgestellt. Bei FunderMax in St. Veit/Glan wird das innovative Holzprodukt nun in Serienfertigung hergestellt. „Baumschutzsäulen mögen aus konventionellem Kunststoff auch ihren Zweck erfüllen – aber niemand denkt daran, dass abermals Kosten entstehen, wenn sie wieder aus dem Wald entfernt werden“, kommentiert Lukas Maier, der bei Witasek auch die Agenden der Produktentwicklung leitet.
Organischer Wasserspeicher
Auch das Hydrogranulat mit dem Produktnamen GroWit® hat eine Entstehungsgeschichte. Bei Jöbstl weiß man schon seit Generationen um die hochsensiblen Feinwurzeln nacktwurzeliger Pflanzen Bescheid – gerade auf Transportwegen. Seit über 20 Jahren verwendet man daher eine Wurzeltauchlösung aus Algen von Witasek als Austrocknungsschutz. Gegenüber dem Algenpräparat habe aber GroWit® den entscheidenden Vorteil, dass mit GroWit® eine langanhaltende Bodenverbesserung im Sinne von Wasserspeicherung und Nährstoffbindung erreicht werde – je nach Bodentyp sei GroWit® drei bis fünf Jahre im Boden aktiv. Ein weiterer Vorteil ist der geschlossene Kreislauf durch das patentierte Herstellungsverfahren und den Einsatz des Hydrogranulats: Als Ligninderivat wird GroWit® aus Holz gewonnen und kommt nach der Einarbeitung in den Boden vor der Forstpflanzenanzucht bei Jöbstl wieder dem Holz zugute. Oder eben einer Kulturfläche im Wald. „Das Granulat wird am besten durch ein Düngerstreugerät ausgebracht und in den Boden eingearbeitet. Eine Ablage als Schicht im Pflanzloch sollte vermieden werden“, klärt Hans-Peter Jöbstl, Co-Geschäftsführer der „Wurzelwerkstatt“, auf. Sehr gute Erfahrungen habe er bei der Verschulung der Forstpflanzen mit GroWit®-angereicherter Erde gemacht. „Es ist in den vergangenen Jahrzehnten bei uns im Lavanttal deutlich trockener geworden. Dabei ist es nicht nur der Wassermangel, der uns Kopfzerbrechen bereitet. Wenn unsere lehmigen Böden hier in St. Michael austrocknen, bilden sich tiefe Risse und es kommt oft zu mechanischen Verletzungen der jungen Wurzeln. Aber seit wir GroWit® verwenden, haben wir maximal 5% Ausfälle, wo wir früher 40% und mehr hatten“, berichtet er. Ein weiterer Vorteil: Etwas vom Granulat verbleibe immer auch auf den Wurzeln und bilde einen biologischen Verdunstungsschutz beim Transport zum Kunden.
Vorteile bei Containerpflanzen
Heute verschulen Christoph Feldbacher und Hans-Peter Jöbstl auch alle ihre Containerpflanzen mit dem Hydrogranulat. Was bei den Nacktwurzlern die Fräse, ist bei den Containerpflanzen die Topfmaschine mit einem Substrataufbereiter. Diese Substratmisch- und -befüllstation für unterschiedliche Containergrößen wird in den kommenden Wochen in die neu errichtete Mehrzweckhalle übersiedeln. „Es hat ein wenig gedauert, bis die maschinelle Substrataufbereitung optimal eingestellt war“, ergänzt Christoph Feldbacher, der zweite Mann an der Spitze der „Wurzelwerkstatt“. „Was wir den Leuten von Witasek auf die Prioritätenliste ganz oben angemerkt haben, war die gute Lagerfähigkeit und dauerhafte Rieselfähigkeit des Granulats. Beides ist wichtig für die maschinelle Weiterverarbeitung.“ Bei der Anzucht von Tannenpflänzchen habe das Hydrogranulat besonders überzeugt“, weiß Christoph Feldbacher.
Von Ahorn bis Zirbe
Wenn man den beiden Geschäftsführern bei ihren Ausführungen zuhört, spürt man ihre Begeisterung. Ihr gemeinsamer Großvater hat das Unternehmen 1984 gegründet und ist stolz auf seine beiden Enkel. Über drei Unternehmergenerationen hat sich die Bergbaumschule von einem regionalen Lieferanten für Fichtenpflänzchen zu einem exportorientieren Vollsortimenter von etwa 50 Baumarten entwickelt – sowohl Nadel- wie Laubbäumchen. Ungefähr die Hälfte von ihnen verlässt einen der drei Produktionsstandorte St. Michael, Wolfsberg und Weitensfeld in Richtung Deutschland. Im Vorjahr hat die Bergbaumschule mit ihrer neu etablierten Containerpflanzenproduktion „Wurzelwerkstatt“ die letzte Lücke im Sortiment geschlossen. Der Begriff „Werkstatt“ wurde dabei durchaus mit Bedacht gewählt. „Auch, wenn schon so manches mechanisiert und sogar automatisiert abläuft, es bedeutet immer noch sehr viel Handarbeit und Know-how. Die Firma Murauer hat uns in den Anfängen sehr unterstützt“, bestätigen Hans-Peter Jöbstl und Christoph Feldbacher zum Schluss.