schweden

Änderung in Waldbewirtschaftungsstrategie debattiert

Ein Artikel von Jakob Wassermann (für forstzeitung.at bearbeitet) | 03.12.2025 - 15:24

Im Bericht des nordischen Kreditinstitutes ist zu lesen, dass die Schwedische Kirche debattiert, Waldflächen außer Nutzung zu stellen beziehungsweise deren Bewirtschaftungsform zu ändern. Drei zentrale Vorschläge werden zitiert:

  • 20% der Waldfläche soll außer Nutzung genommen werden
  • 33% der Waldfläche soll alternativ zum traditionellen Kahlschlag bewirtschaftet werden
  • 47% der Waldflächen sollen weiterhin im Kahlschlag bewirtschaftet, die Umtriebszeiten allerdings verlängert werden

Die Danske Bank schätzt, dass der Holzeinschlag um etwa 25% reduziert werden könnte. Damit würde sich die Bereitstellung von Sägerundholz um etwa 340.000 fm verringern. Besonders betroffen seien Regionen in Mittelschweden, die etwa 50% des kirchlichen Waldbesitzes ausmachen. In dem Bericht wird zudem darauf hingewiesen, dass diese Vorgehensweise auch andere institutionelle Eigentümer in ihrer Waldbewirtschaftungsstrategie beeinflussen könnte. 

Das Kreditinstitut nahm auch die Aktienentwicklung von SCA, Holmen und Billerund unter die Lupe. Trotz 74% höherer Gewinne sowie 40 bis 50% gestiegener bilanzieller Waldwerte (+40 bis 50%) werden die analysierten Unternehmen (Holmen, SCA, Billerund) heute um 5% niedriger bewertet als vor fünf Jahren. Als mögliche Gründe nennen die Analysten der Danske Bank:

  • zyklische Aktien, zu denen auch jene der genannten Unternehmen gehörten, die stark momentumgetrieben seien
  • strukturelle Probleme rund um Rohstoffknappheit, Überkapazitäten in der Kartonproduktion, Konkurrenz aus China sowie Handelsbarrieren
  • gestiegene Zinsen

Dem Bericht zufolge bleibt der Preis für langfaserigen Sulfat-Zellstoff auf einem weiterhin niedrigen Niveau. Die Preise für Kurzfaserzellstoff ist seit Ende September hingegen ein leichter Anstieg zu beobachten.

Im Schnittholz-Bereich blicken die analysierten schwedischen Sägewerke (SCA, Holmen, Vida, Södra und Stora Enso) auf ein Jahr mit geringen Margen zurück. Im 3. Quartal lag die durchschnittliche EBITDA-Marge dem Bericht zufolge bei 1,5%. Während SCA mit einer Marge von 15% hervorsteche, verzeichneten Holmen, Vida und Södra negative Margen. Stora Enso erzielte eine Marge von 1,1%. Hoffnung wird der Danske Bank zufolge in das kommende Jahr, niedrigere Rundholzpreise sowie einen Nachfrageanstieg gesetzt. Produktionsrückgänge in Deutschland und Kanada könnten sich ebenfalls positiv auf die schwedischen Produzenten auswirken, heißt es in der Analyse der Danske Bank.