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Die Holzernte läuft im Staatswald auf hohem Niveau, Privatwaldbesitzer spekulieren auf weiter steigende Preise © Michael Fehrle

NORDDEUTSCHLAND   

Nadelrundholz-Preise bis Mitte 2026 festgeschrieben

Ein Artikel von Michael Fehrle | 10.12.2025 - 08:04

Forstbetriebe haben im November und Anfang Dezember einen Großteil der Verhandlungen über Rundholzliefer-Verträge 2026 mit Sägewerken abgeschlossen. Die deutschlandweite hohe Nachfrage hat in der Nordhälfte Deutschlands dazu geführt, dass viele Forderungen akzeptiert wurden. In zahlreichen Regionen in Norddeutschland liegen die Preise für Fichtenabschnitte im Leitsortiment L2b B/C ab Waldstraße bei 130 bis 135 €/fm. Die L2b-Langholzpreise bewegen sich zwischen 135 und 140 €/fm. Nahe der Küsten liegt das Niveau etwa 10 €/fm darunter. Der Abstand verringert sich aber.

Kaum noch Kiefer unter 95 €/fm

Bei Kiefernsägeholz werden mit Ausnahme von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kaum noch Preise unter 95 €/fm ab Waldstraße genannt. Selbst in den traditionellen Kiefernregionen Ostdeutschlands liegen die Angaben bei 95 bis 100 €/fm. Einige Großsägewerke melden zusätzlich einen höheren Bedarf für 2026. Gründe sind geringere Rundholzmengen aus Polen und Tschechien, die unzureichende Bereitstellung von Halbfertigware aus osteuropäischen Schwesterwerken sowie die Erwartung einer Markterholung. Ein weiterer Preistreiber ist der zunehmende Fernabsatz zu süddeutschen Betrieben mit ursprünglichem Fokus auf Fichte.

Spitzenpreise von Selbstwerbern

Für Fichte und Kiefer bilden 140 €/fm beziehungsweise 100 €/fm zumindest derzeit noch eine Art Widerstandslinie. Bereits im Herbst gab es Versuche, diese bei Spotverkäufen oder kurzfristigen Verträgen mit vier oder acht Wochen Laufzeit zu durchbrechen. Bei den längerfristigen Verträgen für 2026 ist dies mit wenigen Ausnahmen, wie bespeispielsweise in Nordrhein-Westfalen, nicht gelungen. Weitere Abweichungen betreffen Angebote von Selbstwerbeunternehmen. In Hessen existieren bei Fichte Verträge über 140 €/fm ab Waldstraße. Legt man die Stockpreise bei Ausschreibungen norddeutschen Großprivatwäldern zugrunde, ergeben sich für Kiefer rechnerisch ebenfalls Werte oberhalb von 100 €/fm. Selbstwerbeunternehmen können jedoch oftmals anders kalkulieren.

Altverträge bis Anfang 2026 relevant

Bei der Beurteilung des Preisniveaus im Dezember sowie den ersten beiden Monaten des neuen Jahres sind noch Altverträge zu beachten. Die Preise liegen in diesen seit dem Sommer geschlossenen Verträgen noch unter dem oben genannten Niveau. Die Diskrepanz zwischen Alt- und Neuverträgen fällt in der Nordhälfte Deutschlands aber nicht so stark wie im Süden aus. Dort sind im 3. Quartal 2024 geschlossene Verträge mit Laufzeiten von 18 Monaten und Preisen unter 110 €/fm für Fichte L2b B/C zumindest regional noch marktrelevant.

Absenkung der Zopfdurchmesser

Neben höheren Preisen setzt sich in den 2026er-Verträgen bei Fichte der Trend zu geringeren Zopfdurchmessern und Stärkeklassenabschlägen fort. Bei Kiefer entfällt häufiger die Qualitätsdifferenzierung. Bei den B/C/D-Einheitspreisen ist der geringe D-Anteil von wenigen Prozent zu beachten. Zunehmend bilden mehrere Stärkeklassen umfassende Durchschnittspreise die Vertragsbasis.

Diese liegen einige Euro unter den Leitsortimenten. Teilweise sind Zopfdurchmesser unter 10 cm vereinbart. Grund ist der Rohstoffmangel in integrierten Pelletswerken. Deshalb nimmt der Einsatz von Nadelindustrieholz in der Pelletsproduktion weiter zu.

Verschnaufpause bei Palettenpreisen vorbei

Nach stabilen Preisen für Nadelrundholz zum Einschnitt von Palettenholzsortimenten im 2. Halbjahr steigen die Werte wieder. Abgesehen von Hochpreisregionen nahe der Beneluxstaaten, wo zeitweise mehr als 50 €/rm ab Waldstraße gezahlt wird, liegen die Preise nun im Osten bei 44 bis 45 €/rm und in der Mitte Deutschlands bei 50 bis 52 €/rm. Neben der Nachfrage spezialisierter Sägewerke verknappt vor allem im Osten der Bedarf an 3 m langen Sägeholzabschnitten das Angebot an Palettenholz.

Halbjahres- statt Jahresverträge

Im Vergleich zu 2025 ändern sich die Vertragslaufzeiten. Landesforstbetriebe sind als Zugeständnis an die Sägeindustrie zu kürzeren Laufzeiten bereit. Viele Verträge gelten bis Ende Juni. Im Großprivatwald und bei forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen dominieren Quartalsverträge bis Ende März.