Die Geschäftslage der Forstbetriebe in Österreich und Deutschland hat sich gemäß der Konjunkturumfrage für das 4. Quartal 2025 weiter verbessert. 47 % beurteilten diese im vergangenen Halbjahr, entsprechend der Saison, als „gut“ und ebenso viele als „zufriedenstellend“. Nur 6 % gaben an, dass ihre Geschäftslage „schlecht“ war. Die Unternehmen blicken auch durchwegs optimistisch auf die nächsten sechs Monate: 97 % gehen davon aus, dass sich die Geschäftslage ihres Forstbetriebs im kommenden Halbjahr saisonbedingt „gut“ beziehungsweise „zufriedenstellend“ entwickeln wird.
Gute Umsatzentwicklung überwiegt
Die Umsätze beurteilten die Forstbetriebe ebenfalls positiv: 24 % gaben diese für die vergangenen sechs Monate mit „hoch“ an, 70 % mit „zufriedenstellend“. Der Ausblick auf das nächste Halbjahr scheint für die Forstbetriebe ebenfalls erfreulich. 41 % gehen davon aus, dass ihre Umsätze „steigen“ und 56 %, dass diese „gleich bleiben“. Damit erwarten bereits das sechste Quartal in Folge mehr Forstbetriebe eine „gute“ wie eine „schlechte“ Umsatzentwicklung.
Des einen Freud …
Die optimistischen Aussichten bei der Geschäftslage und dem Umsatz beruhen unter anderem auf den derzeitigen Rundholzpreisen. 76 % der Umfrageteilnehmer gaben an, dass die Rundholzpreise im kommenden Halbjahr „steigen“ werden. 24 % gehen von „gleich bleibenden“ Preisen aus. Damit erwartet keiner, dass die Rundholzpreise in den nächsten Monaten wieder nachgeben werden.
Demgegenüber stehen die steigenden Kosten, beispielsweise beim Holztransport. Hier erwarten 24 % „steigende“ und 76 % „gleich bleibende“ Preise. Noch drastischer sind die Einschätzungen der Holzerntekosten: 38 % prognostizieren für diesen Bereich „steigende“ Kosten in den nächsten sechs Monaten. 56 % gehen davon aus, dass diese „gleich bleiben“.
Bei der offenen Frage, was die vordringlichsten Probleme sind, werden neben der Bürokratie auch die stark gestiegenen Kosten bei Personal, Energie und Technik genannt (s. Kasten rechts). Positiv für viele Forstbetriebe sei aber der überwiegend geringe Schadholzanfall.
Alle Grafiken der Konjunkturumfrage Forstwirtschaft seit Erhebungsbeginn im 1. Quartal 2018 finden Sie, wie immer, im Datacube in der Rubrik Konjunkturerhebung.
Antworten der Forstbetriebe*
Kosten und Bürokratie
Die Forstbetriebe sehen vor allem eine enorme Belastung in der Bürokratie. Bezüglich der Renaturierungsverordnung herrscht Ungewissheit. Zudem machen den Betrieben die stark gestiegenen Kosten bei Technik, Personal und Ernte zu schaffen. „Die Preise sind explodiert“, bringt es ein Umfrageteilnehmer auf den Punkt. Besonders im Seilgelände sind Durchforstungen wirtschaftlich kaum umsetzbar, da niedrige Nadel- und Laubfaserholz-Preise sowie hohe Erntekosten positive Deckungsbeiträge verhindern, heißt es.
Schadholz
Erfreulich ist aus der Sicht der Forstbetriebe, dass es derzeit großteils keine nennenswerten Schadholzmengen gibt. „Endlich einmal ein ruhiges Jahr“, kommentierte einer. In anderen Regionen sei der Schadholzanfall vor allem durch die Trockenheit und den Borkenkäfer hoch.
Waldumbau
Bei den Maßnahmen bezüglich des Waldumbaus setzen viele Forstbetriebe auf Mischkulturen beziehungsweise passen ihre Baumartenmischung an. Bei alternativen Holzarten werden Lärche, Tanne, Douglasie oder auch Eiche genannt. Es wird vermehrt Fokus auf Herkunft und Genetik der Forstpflanzen gesetzt. Waldangepasste Jagd ist ebenso ein Thema.
*Zusammengefasste Antworten zu den Themen vordringlichsten Probleme, Schadholzsituation sowie Maßnahmen in Bezug auf den Waldumbau.