SmartForestFire kombiniert Kameras, KI, Sensorik und die Funktechnologie mioty® zur frühen Rauchdetektion und umfassenden Lagebewertung © Fraunhofer IIS / Paul Pulkert
Angesichts zunehmender Waldbrandgefahren durch Trockenperioden und steigende Temperaturen entwickelt das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS im Projekt SmartForestFire ein KI-gestütztes Frühwarnsystem zur automatisierten Branderkennung. Ziel ist es, Rauchentwicklungen bereits in der Entstehungsphase zu erkennen und Einsatzkräfte frühzeitig zu informieren.
Das System kombiniert Kameras, künstliche Intelligenz, Umwelt- und Rauchsensoren sowie die vom Fraunhofer IIS entwickelte Funktechnologie mioty. KI-Modelle analysieren Bilddaten und unterscheiden Rauch von Störfaktoren wie Nebel oder Staub. Ergänzende Sensordaten zu Temperatur, Feuchte und weiteren Umweltparametern werden zu einem aktuellen Lagebild für die Leitstellen zusammengeführt.
mioty-Sensoren erfassen kontinuierlich Umweltparameter und unterstützen die Lageeinschätzung sowie die Reduktion von Fehlalarmen © Fraunhofer IIS / Paul Pulkert
Getestet wird die Technologie im Tennenloher Forst bei Erlangen/DE, einem waldbrandgefährdeten Gebiet mit trockenen Kiefernbeständen und munitionsbelasteten Flächen. Seit September 2025 läuft dort ein erster Kamerastandort im Testbetrieb, bis Spätsommer 2026 soll die Infrastruktur auf drei Kamerastandorte sowie zusätzliche Sensoren erweitert werden.
Erste Versuche zeigen laut Projektpartnern eine zuverlässige Raucherkennung in frühen Brandstadien. Nach Abschluss der Testphase soll das System potenzielle Waldbrände automatisch an die Einsatzkräfte und die Integrierte Leitstelle Nürnberg melden.
Zu den Projektpartnern zählen neben den Fraunhofer-Instituten IIS und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Dortmund/DE unter anderem die Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt, das Amt für Katastrophenschutz der Stadt Erlangen, die Integrierte Leitstelle Nürnberg, der Bundesforst und die Bayerischen Staatsforsten.