Auf der „Jungfernfahrt“ des top ausgestatteten Geräts probierte der Landwirt und angehende Forstmeister alle Tugenden aus, die ihm der schwarz-orange Forstanhänger bietet: den hubstarken 9 m-Kran, die Astwanne, die 2,2 t-Winde am Kran zum Beiziehen von Stämmen und die ganze 14 t-Nutzlast des synchron angetriebenen Rückezugs. Resultat: Was „zünftig“ ist, wissen nicht nur die benachbarten Bayern zu beurteilen.
Daniel Denk kommuniziert gerne. Auf Youtube teilt er als „Innviertler Holzknecht“ seine Freuden bei der Arbeit mit nicht alltäglichem Gerät, gibt seine Erfahrung weiter mit Arbeitsmethoden, die nicht jeder kennt. Diese Videoclips verzeichnen immerhin jeweils mehrere Zehntausend Aufrufe. Der großgewachsene Innviertler wirkt also ganz im Stile eine „Influencers“.
Das Beste aus mehreren Welten
Mitte März durfte er nun einen neuen Rückewagen übernehmen, der mit seinem Doppelrohrrahmen und seinen hydraulischen Radnabenmotoren solide genug ist, um auch schwereres Rundholz effizient und bodenschonend aus dem Wald zu verbringen. Im Nu lässt sich der 14T2 aber in einen formidablen Transporter von Astmaterial verwandeln, indem er per Greifer die Seitenwände aus massivem Riffelblech einhängt und durch einen breiten Spanngurt an der Außenseite festzurrt. „Das ist eine Sache von wenigen Minuten“, stellt Daniel Denk fest. Der Clou: Die gekanteten Riffelblechkomponenten am Laderaumboden sind so angebracht, dass die Rungen selbst das Gewicht schwerer Bloche tragen, nicht die Wanne. „Das bedeutet, dass das Blech nicht bei der ersten schweren Fuhre verbeult wird“, so Johannes Leitner, BMF-Projektleiter des Mühlviertler Landmaschinenausstatters Kneidinger 1880.
Was immer zum Transport ansteht, es lässt sich sicher und flott auch über Landstraßen führen: „Astmaterial bleibt zuverlässig im Hänger und ermöglicht somit einen sicheren Straßentransport. Gleichzeitig bietet der Rungenkorb ein großes Ladevolumen und stellt so bei kleineren Baustellen und kurzen Anfahrtswegen eine echte Alternative zum Forwarder dar“, schwärmt Daniel Denk.
Ungewöhnliche Technik-Lösungen
Die Konstrukteure bei BMF sind dafür bekannt, ungewöhnliche Lösungen zu realisieren, die aus der Praxis kommen: Viele Forstunternehmer und Waldbauern wissen um den Wert einer Winde mit einer Umlenkrolle, die möglichst hoch hinaufreicht. Daniel Denks BMF-Rückezug hat genau das – eine am Kranarm angeflanschte hydraulisch betriebene Winde, die über eine Rolle knapp unterhalb des Teleskoparm-Gelenks geführt wird. Ist der Greifer am Boden abgestützt, löst der BMF beinahe jedes Rückeproblem. Was der 9 m-Kran nicht mehr erreicht, zieht und hebt das 35 m-Seil heran. „Generell habe ich den Eindruck, dass die Esten auf berechtigte Kundenanliegen gerne eingehen und rasch Modifikationen am Gerät vornehmen. Das war etwa bei der Verankerung des Stirngitters so, die jetzt bombenfest ist“, verrät Daniel Denk. Ein ähnliches Beispiel ist der Druckluftkessel samt Ventilen für die Radbremsen, die gut geschützt und doch leicht zugänglich in einem Unterflurkasten verstaut sind. „Ein Grund, warum BMF einige unkonventionelle Lösungen anbietet, ist, weil man für Tipps aus der Praxis ein offenes Ohr hat – gerade bei Kunden aus Mitteleuropa, mit deren Arbeitsverhältnissen man in Estland noch nicht so vertraut ist“, bestätigt Johannes Leitner von Kneidinger.
Breite Nutzlast-Palette
Die BMF-Palette der Forstanhänger bietet für jeden Anspruch das passende Gerät: „Von 5 t bis 19 t Nutzlast und von 4,3 m bis 10 m Kranreichweite deckt BMF ein wirklich breites Spektrum ab“, unterstreicht Hermann Höfler, Geschäftsführer von Kneidinger 1880. Allen Modellen gemein ist nicht nur die pfiffige schwarz-orange Pulverbeschichtung: Die Anhänger aus Estland bestechen auch durch ihren besonders zähen schwedischen Stahl, der BMF-Kräne leichter und dennoch standfester macht, innengeführte Hydraulikschläuche, die gut geschützte Anbringung von Ölpumpe und Hydraulikzylinder, ein besonders massives Schwenkgehäuse für erhöhte Festigkeit und Stabilität der Krankonsole sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Dazu werden auch hochwertige Komponenten anderer Hersteller verbaut – etwa finnische Radnaben-Motoren von Black Bruin oder die Joystick-Steuerung von Parker. „Estland ist zu 60% mit Wald bedeckt, die Forstarbeit hat dort eine lange Tradition. Die Esten wissen ohne Zweifel, wie man praktische und dauerhafte Geräte für die Waldarbeit baut“, ergänzt Hermann Höfler.
Kneidinger 1880 hat in Österreich noch große Pläne mit Geräten und Ausrüstung von BMF. Man weiß: Kunden wollen regional und gut betreut werden. Dem weitläufigen Netz an Servicepartnern im gesamten Bundesgebiet können noch weitere hinzugefügt werden, denn der Bedarf an der Hardware aus Estland wird steigen, ist Hermann Höfler überzeugt.