Man kennt das Zeremoniell in Kuchl nun schon recht gut nach vielen Jahren des Treffens von Vertreter:innen der Fost- und der Holzseite. Unter den etwa 60 Teilnehmenden gab es wieder so manche Gäste aus dem benachbarten Ausland ohne sozialpartnerschaftliche Tradition, die dieses Treffen mit großem Interesse verfolgten. Auch diesmal wurde die Gelegenheit beiderseits genutzt, etwas „Seelenhygiene“ zu betreiben und so manchen Blick hinter die Kulissen der Befindlichkeit zu gewähren. Für die holzverarbeitende Industrie waren das Rainer Handl, Fachverband der Holzindustrie Österreich, Ferdinand Reisecker, Fachgruppenobmann der Holzindustrie in OÖ, Wolfgang Hutter, Fachgruppenobmann der Salzburger Säge- und Holzindustrie sowie Hans Grieshofer, Austropapier. Für die Forstseite traten auch diesmal Gerald Putz, Forstverwaltung Weyer, Dr. Daniel Müller, Forstbetrieb Berchtesgaden der Bayerischen Staatsforsten und Franz Lanschützer, Landwirtschaftskammer Salzburg, auf.
Die holzverarbeitende Industrie leide unter den insbesondere in Norddeutschland niedrigen Preisen skandinavischer Nadelschnittholzanbieter. Sowohl den nordischen als auch den zentraleuropäischen Exporteuren seien wichtige „Ventilmärkte“ wie die USA, Japan und teilweise auch China durch die jüngsten Handelsbarrieren abhanden gekommen, betonten Vertreter der Holzindustrie. Finnen und Schweden hätten darauf mit Preiskampf auf Basis wieder abgesenkter Rundholzpreise aus Wäldern, die die nordischen Holzkonzerne oft selbst besitzen. „Bei unseren im Vergleich sehr hohen Rundholzpreisen ist das für uns ein aussichtsloser Kampf“, meinte ein Holzvertreter. Man dürfe aber nicht vergessen, dass nicht nur das Preis-, sondern auch das Qualitätsniveau des Rundholzes gestiegen sei, nachdem das meiste Kalamitätsholz nun aufgearbeitet ist, argumentierte man auf Seiten des Forstes. Allein die Levante sei nach wie vor aufnahmefähig. Dorthin würden aber üblicherweise eher geringerwertige Sortimente verkauft, so die Marktexperten.
Ein Lichtblick ist der Holzbau, der den Abwärtstrend am Bau bei weitem nicht in dem Ausmaße mitmache wie die übrige Bauindustrie. „Bei uns muss man laufende Holzbauprojekte zwar nach wie vor mit der Lupe suchen. Aber international sind unsere Holzbauunternehmen enorm erfolgreich und verwirklichen atemberaubende Bauprojekte in Holzbauweise“, war zu erfahren.