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Künstliche Intelligenz (KI) in der Waldpädagogik

Ein Artikel von Stephan Philipp, Verein Waldpädagogik | 28.01.2026 - 16:26
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Unterwegs im Wald: Draußen lernen Kinder am wirkungsvollsten – digitale Hilfe ist vor allem „im Backoffice“ sinnvoll. © Stephan Philipp

Digitale Tools während der Führung sehe ich eher kritisch. Im Rahmen einer Erasmus+-Exkursion in Dänemark erlebten wir den Einsatz von VR-Brillen (Virtual Reality) im Wald: Kinder können den Bestand „wie früher“ sehen oder die Perspektive eines Borkenkäfers einnehmen. Das kann faszinieren, birgt aber die Gefahr, die eigentliche Naturerfahrung zu verwässern. Der größere Nutzen der KI liegt daher in der Vor- und Nachbereitung.

  • Aus der Praxis gibt einige Beispiele, wie KI helfen kann, vor allem wenn man nicht ständig Führungen absolviert:
  • Ablauf und roter Faden: Aus dem Alter der Zielgruppe, Ort, Dauer und Thema kann KI einen Programmablauf mit Zeitansätzen, Einstieg und Abschluss erstellen.
  • Plan B: KI liefert kreative Ansätze für Alternativen bei Regen, Ortswechsel oder Zeitverlust.
  • Zielgruppen: Anpassungen für fremdsprachige Kinder, Senioren oder Teilnehmende mit Einschränkungen; KI kann Hinweise auf Schwachstellen im Konzept darstellen.
  • Verständliche Sprache: Übersetzung forstlicher Fachbegriffe (wie Photosynthese) in altersgerechte Erklärungen, daneben kann KI Impulse für Storytelling liefern. 
  • Materialien: Handouts, Stationskarten und Arbeitsaufträge können nach Vorgaben erstellt werden – bei Bedarf auch gleich mehrsprachig.
  • Lernen & Weiterentwicklung: KI kann einen schnellen Überblick über zentrale Fachinformationen geben sowie Reflexionsfragen und Nachbereitungsaufgaben generieren.
  • Sichtbarkeit: KI kann Unterstützung bei Angebotsbeschreibungen und der Ansprache von Schulen und Gruppen geben.

Künstliche Intelligenz ist ein Ideengeber, kein Ersatz für Fachwissen und pädagogisches Gespür. Ergebnisse müssen geprüft, reflektiert und an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Das können nur gut ausgebildete Waldpädagogen. Wenn KI aber 30 Minuten in der Vorbereitung spart, kann man diese Zeit in bessere Stationen, ruhigere Übergänge und mehr echte Waldzeit gut investieren.