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Rund 150 Teilnehmer*innen aus mehr als 15 Ländern kamen zur internationalen Forstfrauenkonferenz nach Graz. © Dagmar Holley

INTERNATIONALE FORSTFRAUENKONFERENZ GRAZ

Sichtbarkeit und Stimme

Ein Artikel von Dagmar Holley | 23.04.2026 - 08:43

„Inhalt der Konferenz sind nicht die Frauen, sondern eine bessere Forstwirtschaft“, ist eines der ersten Statements am mit Vorträgen gefüllten Tag der Konferenz „Women in Forestry: Connecting Across Borders and Generations“. Rund 150 Teilnehmer*innen, hauptsächlich Frauen, aber auch einige Männer, aus mehr als 15 Ländern, darunter die Mongolei, Ghana und Island, waren dafür in die Steiermark gereist.

IUFRO (International Union of Forest Research Organizations)-Präsidentin Daniela Kleinschmidt begann ihre Keynote-Rede mit alten Fotos der IUFRO beziehungsweise der Vorgängerorganisation: Bei der Gründung 1892, aber auch in den 1970er- und 1980er-Jahren waren nur Männer zu sehen. Am Bild der Spitze von 2024 ist aber dann ein Team aus zwei Frauen und zwei Männer zu erkennen – es hat sich also etwas verändert! Dagmar Karisch-Gierer, FAST Pichl, Forstfrauen Austria und WOFO (Women in Forestry International), schließt sich dieser Aussage an: „Die Forstwirtschaft hat ihre eigenen Zeithorizonte, aber heute gehen Veränderungen schneller vor sich.“ Das betreffe also nicht nur die Klimaerwärmung oder technische Entwicklungen.

Die Präsentationen aus unterschiedlichen Nationen und Kulturen zeigen, dass jeder mit den gleichen Grundproblemen, oft in unterschiedlicher Ausprägung, kämpft – von der mangelnden Entscheidungsbefugnis in Ghana, fehlendem Fachwissen in Katalanien bis hin zu Vorurteilen, die von Männern und Frauen kommen, in der Mongolei.

Mehr Eindruck hinterlassen aber letztendlich die Erfolgsgeschichten: der generell steigende Anteil von Frauen in der Forstbranche, Mentoring-Programme, Entwicklung neuer Narrative gemeinsam mit Forstschülerinnen, zunehmende Vernetzung und Diversifikation. Vertreter der Wirtschaft, wie Christian Schnedl von Papierholz Austria, lobt den Einfluss der Mitarbeiterinnen. Diverse Teams verbessern die Kommunikationsfähigkeit, führen zu anderen Sichtweisen und mehr Innovation. Das Unternehmen profitiere davon „nach innen und nach außen“.