Kärnten - Steiermark

Waldbrände halten Einsatzkräfte in Atem

Ein Artikel von Robert Spannlang | 28.04.2026 - 13:48

Der Kärntner Landesforstdirektor Christian Matitz betonte, dass man nach wie vor von 110 ha Brandfläche im Lesachtal ausgehe, die sich seit dem Wochenende nicht mehr vergrößert habe. „Die Brandausbreitung konnte vor allem dank gezielter Hubschraubereinsätze rasch gut eingedämmt werden“, betonte Matitz. Die Brände hätten vor allem auf einigen der großen, ehemaligen Vaia-Kalamitätsflächen im Lesachtal auf zwischen 1100 m und 1800 m Seehöhe gewütet. Großteils handle es sich also um Bodenfeuer. Die Sorge sei, dass die technischen Schutzbauten wie Stahlbrücken und Steinschlagnetze, die in diesen Bereichen im Rahmen eines Flächenwirtschaftsplanes errichtet worden waren, zumindest teilweise zerstört worden sind. „Noch gibt es immer wieder aufflammende Glutnester, es sind auch immer noch gut 150 Feuerwehrleute am Boden im Löscheinsatz“, so der Kärntner. Zu denken gibt Christian Matitz die Tatsache, dass genau an der Stelle des Brandausbruchs eine Aufforstungspartie unterwegs gewesen war. „Genaue Untersuchungen zur Brandursache laufen derzeit“, berichtete der LFD.

Im steirischen Eisbach-Rein unweit von Graz gab Landesforstdirektor Michael Luidold die Brandfläche mit 70 ha an. Betroffen waren hier ausschließlich Bestände des Stiftes Rein – vor allem Buchen-Fichten-Aufforstungsflächen nach dem Sturm Paula. „Die Ausbreitung des Feuers konnte zwar durch vorgeschlägerte Abwehrriegel eingedämmt werden, aber wir haben durch Wärmebildbefliegungen noch immer zahlreiche Hitzeherde ausmachen können. Nun beginnt das mühevolle Aufspüren und Löschen teils unterirdisch glosender Glutnester vom Boden aus – das ist sehr anspruchsvoll“, betonte Luidold. Er lobte die Professionalität der bis zu 460 Einsatzkräfte in der Region, die durch intensives Training aller involvierter Institutionen über Jahre herangebildet worden sei. Am Beginn des Brandes sei die Löscharbeit ausschließlich durch sieben Hubschrauber durchgeführt worden, jetzt kämen vor allem Löschzüge zum Einsatz, die in dem mit Forststraßen gut erschlossenen Revier die Löscharbeiten durchführen. Als Brandursache sei Blitzschlag auszuschließen, hielt der steirische LFD fest. „Wahrscheinlich liegt menschliches Fehlverhalten als Brandursache vor. Aber sicher ist, dass solche Waldbrände durch die derzeit vorherrschende Trockenheit begünstigt wird, die sich auf entblösten Waldböden noch viel stärker auswirkt als im Bestandesinneren.“