Ergebnisse des Verfahrens sollen bis September vorliegen. Mit einer Fläche von weniger als 5000 ha würde das infrage kommende Gebiet jedoch nicht den internationalen Anforderungen entsprechen. Die Entscheidung des Kreistags überrascht, da dieser am 15. März 2024 sich gegen eine Bewerbung für einen Nationalpark im Rothaargebirge ausgesprochen hat.
In der Holzindustrie Nordrhein-Westfalens stoßen die Nationalpark-Pläne auf Widerstand. Ziel der Landesregierung ist es, nach dem seit 2004 bestehenden Nationalpark Eifel im zweiten Schutzgebiet Buchenwälder in den Fokus zu nehmen. Die Ausweisung eines zweiten Nationalparks haben die Regierungsparteien CDU und Bündnis 90/Die Grünen im Juni 2022 im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Im September 2023 hatte das nordrhein-westfälische Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Umwelt sowie Land- und Forstwirtschaft ein Interessensbekundungsverfahren begonnen. Damals wurde betont, dass die Ausweisung nicht gegen den Willen der Landkreise erfolgen soll.
Bereits am 5. Oktober 2023 hatte sich der Kreistag Höxter gegen einen Nationalpark in der Egge (Eggegebirge) ausgesprochen. In den ebenfalls betroffenen Landkreisen Lippe und Paderborn gab es im Juni 2024 ablehnende Bürgerentscheide. Ein Nationalpark im Arnsberger Wald würde die Landkreise Hochsauerlandkreis und Soest betreffen. Die Kreistage Hochsauerlandkreis und Soest haben sich am 8. Dezember 2023 gegen eine Teilnahme am Interessensbekundungsverfahren entschieden. Das anschließende Bürgerbegehren „Ja im Hochsauerlandkreis zum Nationalpark Arnsberger Wald“ erreichte im Juni 2024 nicht die erforderliche Zustimmung.
Infolge der ablehnenden Haltung der Landkreise wurden statt eines zweiten Nationalparks sogenannte Wildnisentwicklungsgebiete ausgewiesen. Bis 2025 wurden hierfür rund 7800 ha Staatswald, darunter vielfach Buchenbestände, aus der Nutzung genommen. Im August 2025 hat die Landesregierung für 2026 zusätzliche 5000 ha Wildnisgebiete beschlossen.