Stadtschlaining war für die überwiegende Mehrheit der von Nah und Fern angereisten rund 300 Teilnehmer eine Entdeckung: Das hat Johannes Wohlmacher, der Präsident des Österreichischen Forstvereins, bei seiner Begrüßung im Plenum erfragt. Nicht weniger neu oder zumindest interessant dürfte für die Anwesenden einige Fakten aus den Vorträgen des Nachmittags gewesen sein. Etwa, dass sich die Libanonzeder als Alternativbaumart zuerst "in den Boden orientiert", also vor allem ihre Pfahlwurzel tief in den Boden senkt, um derart trockenheitsertragend sein zu können. Oder, dass ausgerechnet die Rotbuche aus dem oberösterreichischen Hinterstoder sich im Klimawandel als besonders vielversprechende Herkunft erwiesen hat und sehr gut mit hoch gehandelten italienischen Provenienzen mithalten kann. Oder, dass sich der Japanische Staudenknöterich als extrem invasive Pflanzenart über weite Strecken als ein und derselbe Organismus entpuppt, der unterirdisch das dreifache Volumen der oberirdischen Biomasse entwickelt.
Schließlich staunten die Anwesenden nicht schlecht zu erfahren, dass der Burggeist in Stadtschlaining niemand anderer sei als der ehemalige Burgherr selbst, der einer kaiserlichen Finte auf den Leim ging, als ihm freies Geleit zugesichert wurde, falls er sich bis zum Zwölfeläuten in Graz zu Verhandlungen mit dem Kaiser einfinden würde. Dieser ließ die Glocken dann aber kurzerhand schon um 11 Uhr läuten. Der Burgherr wurde darauf hin einen Kopf kürzer gemacht. Dass es sich dabei um eine Frühform der Sommerzeit handele, ist aber ein Gerücht.