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Mit einer Höhe von 15 bis 25 m – in Ausnahmefällen sogar bis 35 m – ist die Zitterpappel ein mittelgroßer, rasch wachsender Baum. Hier ein Solitärbaum im Botanischen Garten in Hamburg © Rudolf Fenner

Deutschland

Zitterpappel ist Baum des Jahres 2026

Ein Artikel von Philipp Matzku (für Forstzeitung.at bearbeitet) | 27.07.2026 - 11:42

Die Zitterpappel (Populus tremula), auch Espe oder Aspe genannt, wurde von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung, Rehlingen/DE, zum Baum des Jahres 2026 in Deutschland gewählt. Mit der Auszeichnung soll die Aufmerksamkeit auf eine Baumart gelenkt werden, die ökologisch besonders wertvoll ist und eine wichtige Funktion bei der Entstehung neuer Wälder übernimmt.

Die Zitterpappel gehört zur Familie der Weidengewächse und ist eine der häufigsten heimischen Pappelarten. Ihren Namen verdankt sie den charakteristisch beweglichen Blättern: Selbst bei geringem Wind geraten die seitlich abgeflachten Blattstiele in Bewegung und lassen die Baumkrone „zittern“.

Pionierbaum für neue Wälder

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Die Zitterpappel ist auch ein beliebter Alleebaum © A. Gomolka

Die Zitterpappel zählt zu den klassischen Pionierbaumarten. Sie besiedelt rasch offene Flächen, etwa nach Windwürfen, Waldbränden oder anderen Störungen. Durch ihr schnelles Jugendwachstum schafft sie günstige Bedingungen für nachfolgende Baumarten und trägt zur natürlichen Waldentwicklung bei.

Die Baumart ist anspruchslos und kommt auf unterschiedlichen Standorten vor. Sie wächst sowohl auf nährstoffreichen Böden als auch auf trockeneren oder nährstoffärmeren Flächen. Dank ihrer hohen Lichtbedürftigkeit kann sie offene Standorte rasch besiedeln.

Auch für die Biodiversität besitzt die Zitterpappel eine besondere Bedeutung. Sie bietet zahlreichen Insektenarten Nahrung und Lebensraum und ist damit ein wichtiger Bestandteil naturnaher Wälder. Zudem nutzen Vögel und Pilze den Baum als Lebensraum.

Bedeutung im Klimawandel

Angesichts zunehmender Trockenperioden und häufiger Störungen gewinnt die Zitterpappel im Waldumbau an Bedeutung. Ihre Fähigkeit, schnell degradierte oder offene Flächen zu besiedeln, macht sie zu einer wichtigen Baumart für die natürliche Wiederbewaldung.

Durch ihre Anpassungsfähigkeit kann sie dazu beitragen, vielfältigere Mischbestände aufzubauen. Besonders in frühen Entwicklungsstadien von Wäldern übernimmt sie eine wichtige ökologische Funktion.

Holz mit Potenzial

Das Holz der Zitterpappel ist leicht, hell und weich. Es lässt sich gut bearbeiten und wird unter anderem für Verpackungen, Schälfurniere, Zündhölzer und Spezialanwendungen genutzt. Aufgrund seiner geringen Wärmeleitfähigkeit findet Pappelholz auch Verwendung bei der Herstellung von Saunen und Innenausbauten.

In der Holzindustrie spielt die Zitterpappel im Vergleich zu anderen heimischen Laubbaumarten bislang eine untergeordnete Rolle. Durch die steigende Nachfrage nach regional verfügbaren Rohstoffen und die Suche nach neuen Nutzungsmöglichkeiten könnte ihre Bedeutung jedoch zunehmen.