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Stefano Puliti, in Norwegen bei NIBIO wirkender Forscher aus Italien, bei seiner Keynote-Präsentation in Weihenstephan. © R. Spannlang/Forstzeitung

SmartForest 2026

Praxis trifft Pixel

Ein Artikel von Robert Spannlang | 12.03.2026 - 18:16

Genaue Daten über Waldstücke in Form terrestrisch und/oder aus der Luft generierter Punktewolken zu erhalten ist immer weniger eine finanzielle Frage. Viel eher ist es eine Herausforderung, mit geeigneten Tools Nutzen aus dieser gewaltigen Datenmenge zu ziehen und die Datenhoheit zu wahren. Dabei arbeiten Forscher:innen aus ganz Europa eng zusammen bei der Gestaltung von Modellen und beim Trainieren künstlicher Intelligenz. Wenn man die Präsentationen während der SmartForest 2026 in Weihenstephan mitverfolgt, kann man den Eindruck gewinnen, die Problemstellungen der Einzelbaumsegregation und der Baumartenerkennung zumindest für die meisten Nadelhölzer seien weitgehend gelöst. Auch Themen wie die Detektion von Käferbefall und die Beurteilung des Bodenzustandes in Beständen wird immer mehr KI-gestützten Expertensystemen übertragen.

Alle diese neuen Tools bringen aber auch neue Trends mit sich: Inventur und Forsteinrichtung – bisher zentrale Fachkompetenzen von Forstbetrieben – werden immer häufiger von externen Dienstleistern besorgt. Bestandesdaten stehen nicht mehr ausschließlich den Forstbetrieben zur Verfügung. In dem Ausmaß, in dem Drohnenüberfliegungen über den Baumkronen stattfinden, erfolgen Begehungen am Waldboden durch betriebseigene Förster:innen immer seltener. Es stellt sich daher die Frage: Wissen Forstbetriebe immer mehr über ihren Wald – und kennen ihn dabei immer weniger?