Im Rahmen der Exkursion durch das Schutzgebiet erhielten die Teilnehmer Einblick in die Besonderheiten der Raabklamm, ein ökologisch wertvolles Gebiet mit naturnahen Schluchtenwäldern, Felslebensräumen und hoher Artenvielfalt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Gebiet seit jeher auch durch eine extensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung geprägt ist.
Im Zentrum der anschließenden Podiumsdiskussion stand ein zentraler Kritikpunkt: die starre Festlegung von Lebensraumtypen im Natura-2000-System, die den Klimawandel nur unzulänglich berücksichtigt. Mehrere Vortragende betonten, dass dieses statische Konzept zunehmend an seine Grenzen stoße, insbesondere angesichts des Klimawandels und der damit verbundenen dynamischen Veränderungen von Ökosystemen.
Einigkeit bestand darin, dass sich natürliche Lebensräume laufend verändern und sich Schutzkonzepte stärker an diese Dynamik anpassen müssten. Die derzeitige Ausrichtung auf den Erhalt eines einmal definierten Zustands werde der Realität vor Ort vielfach nicht gerecht und erschwere eine nachhaltige Bewirtschaftung.
Die Frage ist: Wie können die relativ festgeschriebenen Erhaltungsziele aus den Natura 2000-Vorgaben mit der durch den Klimawandel beschleunigten Dynamik der Waldentwicklung und den dadurch erforderlichen waldbaulichen Maßnahmen in Übereinstimmung gebracht werden?