Nicht neu ist die Erkenntnis, dass der Klimawandel die Forstwirtschaft vor neue Herausforderungen stellt. Borkenkäferkalamitäten, Trockenheit und Extremwetterereignisse erhöhen den Druck auf Waldbesitzer, Holzlogistik und Infrastruktur. Mehrere im Rahmen des Waldfonds geförderte Forschungsprojekte liefern nun konkrete Ansätze, um die Widerstandsfähigkeit der Branche zu stärken. Einige der vorgestellten Forschungsergebnisse sollen hier erwähnt werden.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Schadholzlogistik. Das Projekt „ManTra“ analysierte Nass- und Trockenlager für Rundholz und erfasste erstmals die österreichweiten Lagerkapazitäten. Diese liegen bei rund 1,1 Mio. fm in Nasslagern und 600.000 fm in Trockenlagern. Gleichzeitig entstanden digitale Werkzeuge zur Planung von Lagerlayouts sowie zur Berechnung von Investitions- und Betriebskosten.
Mit der „Roadmap Schadholz“ entwickelt das Projekt „Käfer KO“ einen Maßnahmenkatalog für den Umgang mit Großkalamitäten. Grundlage sind Expertengespräche, Prozessanalysen und eine österreichweite Befragung entlang der gesamten Holzlieferkette. Ziel ist es, die Resilienz der Forstwirtschaft gegenüber künftigen Schadereignissen zu erhöhen.
Digitale Lösungen stehen auch bei mehreren weiteren Projekten im Mittelpunkt. „RAWLog“ bündelt Daten zu Buchdruckerentwicklung, Trockenheit und Standortanfälligkeit in einem öffentlich zugänglichen Borkenkäfer-Dashboard. „FASE“ nutzt Satellitendaten, um Schadflächen und Vitalitätsverluste frühzeitig zu erkennen. Mit „MeRu“ entstand zudem ein umfangreicher Bilddatensatz als Grundlage für KI-gestützte Rundholzsortierung.
Im Bereich der Holzernte und Logistik beschäftigen sich mehrere Projekte mit Automatisierung und Digitalisierung. „FutureWoodTrans“ testete autonome Fahrfunktionen, Robotik und Sensorik im Forsteinsatz. „SMARTSKY“ entwickelt digitale Zwillinge von Wald und Gelände, um Seiltrassen im Gebirge effizienter zu planen. Ergänzend liefert „SUSTIM“ ein Bewertungssystem für nachhaltige Holzerntesysteme unter ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten.
Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Werkzeuge, neue Logistikkonzepte und automatisierte Verfahren künftig eine zentrale Rolle bei der Bewältigung von Klimafolgen und Arbeitskräftemangel in der Forstwirtschaft spielen werden.