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Die Lärche ist auch in Zukunft ein wichtiger Mischbaumart - nicht nur im Berg- und Schutzwald.  © shutterstock / LB_06

Österreich

Baum des Jahres 2026 - Die Europäische Lärche

Ein Artikel von Philipp Matzku (für Forstzeitung.at bearbeitet) | 27.07.2026 - 11:28

Das Kuratorium Wald hat die Europäische Lärche gemeinsam mit dem Bundesforstministerium im Dezember 2025 zum Baum des Jahres 2026 in Österreich gekürt. Die Auszeichnung rückt eine Baumart in den Mittelpunkt, die vor allem im Alpenraum ökologisch und forstwirtschaftlich eine wichtige Rolle spielt.

Die zur Familie der Kieferngewächse gehörende Lärche ist die einzige heimische Nadelbaumart, die im Herbst ihre Nadeln vollständig verliert und im Frühjahr neu austreibt. Durch diese Strategie reduziert sie die Verdunstung während der kalten Jahreszeit, wenn Wasser im gefrorenen Boden nur eingeschränkt verfügbar ist.

Rund 5% Anteil am österreichischen Wald

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Das Hauptverbreitungsgebiet der Lärche liegt in den subalpinen Inneralpen © LK Kärnten/Schaschl

Nach den Ergebnissen der Österreichischen Waldinventur (ÖWI) 2018/23 nimmt die Lärche rund 4,9% der österreichischen Waldfläche ein. Damit zählt sie zu den bedeutendsten heimischen Nadelbaumarten, liegt aber deutlich hinter der Fichte. Ihr Schwerpunkt liegt in den Alpenregionen, besonders in Tirol, Salzburg, Kärnten und der Steiermark.

Das natürliche Hauptverbreitungsgebiet der Europäischen Lärche liegt in den subalpinen Inneralpen. Darüber hinaus kommt sie auch in den Sudeten, der Tatra und den Karpaten vor. Die Baumart wächst von etwa 250 bis 2400 m Seehöhe, mit einem Schwerpunkt zwischen 1700 und 2200 m.

Bedeutung für Waldumbau und Ökologie

Die Lärche bevorzugt tiefgründige, gut durchlüftete und frische Böden. Als Lichtbaumart wächst sie in der Jugend rasch und kann offene Flächen nach Störungen wie Windwürfen besiedeln. Für die Naturverjüngung benötigt sie offene Mineralbodenstellen.

Aufgrund ihrer Frosthärte, Sturmfestigkeit und vergleichsweise guten Trockenheitstoleranz gilt die Lärche als wichtige Mischbaumart für klimafitte Wälder. Besonders in Bergregionen trägt sie zur Stabilisierung und Diversifizierung von Waldbeständen bei.

Wertvolles Holz für Bau und Innenausbau

Das Holz der Lärche zählt zu den dauerhaftesten und wertvollsten heimischen Nadelhölzern. Aufgrund seiner natürlichen Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterung und Feuchtigkeit wird es besonders im Außenbereich eingesetzt. Typische Anwendungen sind Fassadenverkleidungen, Terrassen, Fenster, Türen, Garten- und Landschaftsbau sowie konstruktive Holzbauteile.

Auch im Innenausbau findet Lärchenholz Verwendung, etwa für Böden, Wand- und Deckenverkleidungen, Möbel sowie Furniere. Aufgrund seiner dekorativen rötlich-braunen Färbung und der ausgeprägten Maserung ist es ein gefragtes Ausstattungsholz. Engringige, gut verkernte Hochgebirgslärchen erreichen eine besonders hohe Qualität und werden für hochwertige Anwendungen genutzt.

Darüber hinaus wird Lärchenholz traditionell zu Schindeln verarbeitet. Neben der Holznutzung spielte auch das harzreiche Lärchenholz historisch eine Rolle: Lärchenharz wurde unter anderem zur Abdichtung von Holzgefäßen sowie für medizinische Anwendungen genutzt.