Waldumbau

Forschungsprojekt untersucht klimaresistente Baumherkünfte

Ein Artikel von Philipp Matzku (für Forstzeitung.at bearbeitet) | 30.10.2026 - 08:31

Im europäischen Forschungsprojekt OptFORESTS entstand das Versuchsnetzwerk MOSAIC. In 29 Versuchsgärten testen Wissenschaftler 90 Herkünfte von zwölf Baumarten. Dazu zählen Rotbuche, Weißtanne, Schwarzkiefer, Waldkiefer und Traubeneiche. Ziel ist es, geeignete Herkünfte für die künftigen Klimabedingungen zu identifizieren.

Neben der Baumart spielt deren geografische Herkunft eine wesentliche Rolle. So können sich beispielsweise Buchen aus trockenen Regionen Südosteuropas genetisch von solchen aus kühleren und feuchteren Gebieten unterscheiden. Diese Unterschiede beeinflussen, wie gut Bäume längere Trockenperioden und hohe Temperaturen überstehen.

Versuche an ökologischen Belastungsgrenzen

Die Forschenden schlagen vor, Versuchsanlagen gezielt an ökologischen Belastungsgrenzen anzulegen. An Standorten mit Trockenstress oder extremer Hitze soll sich zeigen, welche Populationen besonders widerstandsfähig sind. „Selbst wenn einzelne Bäume absterben, liefern sie wertvolle Hinweise darauf, wo die Belastungsgrenzen einer Art liegen“, erklärt BFW-Genetikerin Marcela van Loo.

Für die Forstwirtschaft sollen die Ergebnisse eine wissenschaftliche Grundlage zur Auswahl geeigneter Baumarten und Herkünfte liefern. Aufforstungsentscheidungen wirken über Jahrzehnte. Daher gewinnt die genetische Anpassungsfähigkeit der Bäume an Bedeutung. Das internationale Forschungsteam stellte das neue Versuchskonzept in der Fachzeitschrift „Annals of Forest Science“ vor.

Westergren et al.: Rethinking common gardens for forest tree species in the face of climate change. Annals of Forest Science (2026) 83:40

https://doi.org/10.1186/s13595-026-01357-3