Schweiz

Wisente bevorzugen Rinde von Edellaubhölzern

Ein Artikel von Philipp Matzku (für Forstzeitung.at bearbeitet) | 27.10.2026 - 15:47
Wisent_Schweiz_Wald1_BIld_Andrea Kupferschmid.jpg

Eine von Wisenten nur leicht geschälte Buche © Andrea Kupferschmid

Im Rahmen eines Wiederansiedelungsprojekts im Schweizer Jura untersuchte die WSL den Einfluss von Wisenten auf den Waldbestand. Während der zweieinhalbjährigen Beobachtungszeit schälten die Tiere rund 10% der Bäume. Besonders betroffen waren dünnstämmige Edellaubhölzer wie Bergahorn, Ulme, Esche und Mehlbeere. Fichten, Tannen und Buchen blieben weitgehend verschont. Nur bei 10% der geschälten Bäume betraf die Verletzung mehr als die Hälfte des Stammumfangs.

Überraschend war, dass der Verbiss an jungen Bäumen seit der Ankunft der Wisente insgesamt zurückging. Die Forschenden stufen die Auswirkungen auf die Waldverjüngung als wirtschaftlich tragbar ein. Allerdings könnte die Schälaktivität bei hochwertigen Edellaubholzbeständen problematisch werden. Die Ergebnisse stammen aus einem rund 100 ha großen Gehege mit einer gegenüber natürlichen Populationen höheren Wisentdichte.