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V. li.: Forstunternehmer Sebastian Peer und seine eingespielte Crew, bestehend aus Baggerfahrer Reini Kirchmair und Patrick Ebner. Christoph Gschwentner betreut sie als Maschinenhändler. © R. Spannlang/Forstzeitung

Forstunternehmer Sebastian Peer

Bergwaldpflege wie ein Ass

Ein Artikel von Robert Spannlang | 12.05.2026 - 10:26

Rastlos saust der leuchtend gelbe Laufwagen am Tragseil auf und ab. Bei jeder Bergfahrt bringt er Stämme mit: Schwachholz weiter oben am Hang zieht er behutsam seitlich zu, Starkholzbloche von bis zu 50 cm Durchmesser lässt er über „Schuhe“ zweier Zwischenstützbäume über 400 m vom Unterhang emporschweben. Beide Holzsortimente werden am Tragseil vor dem Knickmast abgesenkt. Oft haben sie bereits die mächtigen Stachelwalzen des Woody-Aggregats am Volvo-Radbagger EW 180C fest umfangen, wenn die Ludwig-Funkjoker des Seilgerätes die Seilschlaufen öffnen. Der Bagger entastet, formt aus und legt sie auf einer inzwischen riesenhaft angewachsenen Rundholzpolter sortimentrein ab. „Früher habe ich Durchforstungsholz konventionell mit Traktor und Seilwinde gerückt“, erzählt Sebastian Peer. „Seit ich den Knickmast T9500-25 von Uniforest habe, hat sich die Reichweite von der Forststraße in den Hang hinunter enorm erhöht. Heute schaffen wir zu dritt in der gleichen Zeit locker die doppelte Menge an Holz wie früher.“

Geheimwaffe für Waldpflege 
Die forstlich Verantwortlichen für die Kommunalwälder an den Bergflanken des Wipptals, in dem der ortsansässige Jungunternehmer mit seinem Team oft arbeitet, wissen die Dienste von Sebastian Peer zu schätzen. Bestandesstabilität ist in den Schutzwäldern rundum das wichtigste Ziel in der Waldbewirtschaftung. Mit dem leichten Knickmasten aus slowenischer Produktion hat Sebastian Peer nun genau jene Schlagkraft und Arbeitseffizienz, die es ihm ermöglicht, bei Abrechnung auf Festmeterbasis wirtschaftlich immer noch ein gutes Auskommen zu haben. „Wer sagt, in der Bestandespflege und Durchforstung sei kein Geschäft zu machen, hat einfach seine richtige Maschinenkombination noch nicht gefunden“, meint der Tiroler achselzuckend. Zu der seinen – der Uniforest Seilkran, zwei John Deere-Traktoren, ein Gögl-Holzkran-Anhänger und eine Tiger-Getriebewinde – gehört aber auch die richtige Mannschaft: abwechselnd die Brüder Patrick und Max Ebner als Beifäller bzw. Seilbahnmaschinisten sowie Baggerfahrer Reinhold Kirchmair, dessen vollen Vornamen kaum jemand kennt, weil jeder ihn liebevoll einfach „Reini“ nennt. Die Männer, die sich auf eigenen Beinen rund um die Maschinen bewegen, haben besonders viel Wohlwollen und Respekt für Reini – nicht nur, weil er unermüdlich ausgezeichnete Arbeit leistet. Sondern auch, weil er nicht mehr auf eigenen Beinen stehen kann. Der Rollstuhl unweit des Baggers ist stummer Hinweis auf einen folgenschweren Arbeitsunfall im Wald, der ihm 2008 fast sein Leben gekostet hätte. Aber Reini hat sich zurückgekämpft ins Leben, in den Wald, ans Steuer seines Volvo-Baggers, der so adaptiert wurde, dass er ihn allein mit seinen Händen steuern kann.

Kompaktes Seilgerät für den Bergaufbetrieb
„Wir haben tolle Anbieter für Seiltechnik in Österreich“, sagt Sebastian Peer über seine Wahl für ein Uniforest-Produkt. Aber gerade für Durchforstungen sei ein kleiner, einfach zu handhabender Knickmast gefragt gewesen, der über Dreipunkt-Aufhängung mit einem 130 PS-Traktor betrieben werden konnte. Seine Entscheidung fiel im Herbst 2024 zugunsten eines Cobra T9500-25, der jetzt als baugleiche neueste Version Cobra 450-25G heißt. „Der Mast hat einige Ausstattungen, die die Arbeit im Wald sehr erleichtern: Er ermöglicht eine automatisierte Fahrt des Laufwagens, bei dem obere und untere End- und Zwischenstationen über eine App einfach gespeichert werden können. Auch Paramater wie Fahrtgeschwindigkeit, Ein- und Ausspulgeschwindigkeit des Lastseils, Intensität von Anfahrt und Abbremsung sind frei konfigurierbar und werden automatisch gesteuert. Zudem stellt der aktive Seilausstoß sicher, dass das Zugseil zwischen Trommel und Mastspitze ständig gespannt ist, was eine saubere Wicklung ermöglicht und überdies noch Energie spart. „Der Mast ist über vier gespannte Verankerungen hydraulisch im Nu ausgerichtet. Mit einer Hilfsseilwinde steht der Seilkran mit 470 m Tragseillänge in etwa 45 Minuten“, verrät Sebastian Peer. „Bei Uniforest habe ich ein kompaktes Seilgerät für meinen Bergaufbetrieb gefunden. Dabei hat es einen Bedienungskomfort wie ein großes“, schwärmt der Forstunternehmer.

Eigene Abstimmung bringt auch andere weiter 
Bekommen hat der Tiroler den Knickmast von Uniforest als Testmaschine im Dezember 2024. „Meine Aufgabe war es, das Seilgerät unter realen Bedingungen durchzutesten und meine Erfahrungen an die Slowenen mitzuteilen“, berichtet er. „Aufgrund von Sebastians Input hat Uniforest noch einige Verbesserungen an seinem Modell vorgenommen. Davon profitieren auch andere Kunden“, weiß Christoph Gschwentner, der als Maschinenhändler Uniforest in Westösterreich betreut. Auf genaueres Nachfragen geben die beiden Tiroler Hinweise in Richtung Funkübergabe zwischen Beifäller im Gelände und Baggerfahrer an der Forststraße, die jetzt über jeden Zweifel erhaben funktioniert. 
Sehr zur Zufriedenheit Peers arbeitet auch der ruhelose gelbe Laufwagen Logjet 25G, der 2,5 t trägt, selbst aber nur 180 kg wiegt. Zu zweit könne er für den Transport auf eine Profilgabel vor der Knickmast-Abstützung am Traktor gehoben werden. Über eine Laufrolle mit Kettenantrieb führt er überschüssige kinetische Energie einem Hydraulikspeicher zu. „Summa summarum ist die Anlage eine runde Sache, ich arbeite sehr gern damit“, bestätigt Sebastian Peer abschließend. 

Webtipps: www.gm-tech.at, www.uniforest.com