Wald bleibt in Österreich ein gefragtes, aber erklärungsbedürftiges Investitionsobjekt. Das bestätigten Experten bei der Jahreshaupttagung des Steiermärkischen Forstvereins zum Thema „Waldbewertung und Forstimmobilien“. Entscheidend für den Wert sind vor allem Lage, Erschließung, Bestandesausstattung und Ertragskraft. Entsprechend groß ist die Preisspanne: In der Steiermark wurden Werte von rund 0,50 bis 3 €/m² genannt. Häufig bewegen sich Transaktionen zwischen 2,20 und 2,70 €/m².
Klaus Bischof, seit Jahrzehnten auf land- und forstwirtschaftliche Immobilien spezialisiert, bezeichnete Wald als „Generationsvermögen“. Die laufende Rendite liege in der Regel jedoch nur bei 1 bis 3%. Neben dem Holzertrag können auch Jagd und Brennholznutzung Einnahmen bringen. Für 2025 wurden in der Steiermark 436 Waldtransaktionen erfasst. Der durchschnittliche Preisanstieg lag bei 2,2%.
Auch Banken bewerten Wald konservativ. Der Kaufpreis entspricht daher nicht automatisch dem Finanzierungswert, führte Reinhard Oberer von der Steiermärkischen Sparkasse aus. Neben dem Waldvermögen fließen weitere Einkommensquellen des Käufers in die Kreditentscheidung ein. Zunehmend berücksichtigt werden zudem Risiken durch Sturm, Trockenheit oder Borkenkäfer.
Die Österreichischen Bundesforste treten gleichermaßen als Käufer und wie als Verkäufer auf, wie Gernot Strasser, Bereichsleiter von Immobilien, Tourismus und Wasser bei den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) darlegte. Anders als bei Privaten müssten ÖBf-Waldverkäufe transparent ausgeschrieben und durch externe Gutachten abgesichert werden. Beim Ankauf konzentriert sich das Unternehmen gezielt auf geeignete Flächen zur Verbesserung der Arondierung. Insgesamt bleibt Wald damit vor allem eine langfristige Sachwertanlage, deren wirtschaftlicher Erfolg stark vom Standort und einer sorgfältigen Bewertung abhängt.